Stand der Studienlage: September 2026 · alle Quellen mit PubMed-Nachweis
Was im Set enthalten ist
| Bestandteil | Menge | Funktion im Set |
|---|---|---|
| BPC-157 | 10 mg, eigenes Vial | Pentadecapeptid aus der Magensaftforschung; angiogene und zytoprotektive Signalwege |
| TB-500 | 10 mg, eigenes Vial | Thymosin-β4-Fragment; Aktin-Zytoskelett und Zellmigration |
| Bakteriostatisches Wasser | 10 ml | Lösungsmittel für Mehrfachentnahmen |
| Insulinspritzen 31G, 1 ml | 5 Stück | genaue Entnahme kleiner Volumina |
Die beiden Peptide sind getrennt abgefüllt und werden getrennt rekonstituiert. Das Set ist eine Zusammenstellung von Einzelsubstanzen und Verbrauchsmaterial, kein vorgemischtes Präparat — genau so muss es auch im Versuch behandelt werden.
Die methodische Frage hinter jedem Set
Zwei Substanzen, die an verschiedenen Punkten derselben biologischen Endstrecke angreifen, lassen zunächst Additivität erwarten: Die Einzeleffekte summieren sich im gemeinsamen Endpunkt. Von Synergie spricht man erst, wenn der gemeinsame Effekt größer ausfällt als die Summe der Einzeleffekte. Diese Unterscheidung ist nicht akademisch — sie entscheidet darüber, welcher Versuchsaufbau überhaupt eine Aussage erlaubt.
Praktisch heißt das: Ein Kombinationsarm ohne die beiden Einzelsubstanzarme ist nicht auswertbar. Wer nur die Kombination gegen Kontrolle prüft, erfährt, dass etwas passiert, aber nicht, wodurch. Für Gewebereparaturmodelle kommt erschwerend hinzu, dass die Endpunkte — Wundfläche, Zugfestigkeit, Gefäßdichte, Zellmigration — unterschiedlich schnell reagieren und unterschiedlich empfindlich sind.
Zu dieser konkreten Zweierkombination existiert, wie bei fast allen gehandelten Peptidkombinationen, keine eigene publizierte Untersuchung. Die Datenlage besteht aus den Einzelsubstanzen. Das ist kein Mangel des Sets, sondern die Ausgangslage jeder Kombinationsforschung — und der Grund, warum der Aufbau mit Einzelarmen hier besonders wichtig ist.
BPC-157: die Datenlage der ersten Komponente
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadecapeptid, dessen Sequenz einem Abschnitt eines im Magensaft identifizierten Proteins entspricht. Die Arbeitsgruppe um Predrag Sikirić beschrieb es erstmals Anfang der 1990er-Jahre (Sikirić et al., 1993) und untersuchte es seither in einer Vielzahl von Gewebemodellen (Sikirić et al., 2006; Seiwerth et al., 2018).
Mechanistisch stehen zwei Beobachtungen im Vordergrund. Erstens die Gefäßneubildung: Chang et al. (2011) und Chang et al. (2014) beschrieben die Beteiligung von VEGF-Signalwegen und der Rezeptorexpression in Sehnenfibroblasten. Zweitens die Stickstoffmonoxid-Achse: Boban Blagaić et al. (2005) und Sikirić et al. (2014) ordneten Effekte dem NO-System zu. Hinzu kommen Arbeiten zu Gefäßverschlussmodellen (Hsieh et al., 2017; Hsieh et al., 2020) und zu Schleimhautmodellen (Brcic et al., 2009). Die Einordnung der Substanzklasse durch unabhängige Autoren liefern Cox et al. (2017) und Mateescu et al. (2026).
Für die Versuchsplanung entscheidend: Die Literatur ist umfangreich, stammt aber überwiegend aus Nagermodellen und in großen Teilen aus einer Forschungstradition. Klinische Studien am Menschen fehlen. Die vollständige Darstellung steht auf der BPC-157-Produktseite.
TB-500: die Datenlage der zweiten Komponente
TB-500 ist ein synthetisches Fragment des Thymosin β4, eines der häufigsten intrazellulären Proteine überhaupt. Seine Kernfunktion ist biochemisch klar umrissen: Safer et al. (1991) und Cassimeris et al. (1992) identifizierten es als Aktin-sequestrierendes Protein — es bindet monomeres G-Aktin und hält es für den Aufbau des Zytoskeletts bereit. Daraus leiten sich die Effekte auf Zellmigration und Gewebeumbau ab.
Die funktionellen Arbeiten reichen vom Wundverschluss (Malinda et al., 1997; Malinda et al., 1999) über das Herz (Bock-Marquette et al., 2004, Nature; Smart et al., 2007) bis zu aktuellen Übersichten (Kleinman et al., 2023; Wang et al., 2022). Zur Hornhaut und zu Entzündungsmodellen liegen eigene Arbeiten vor (Goldstein et al., 2012; Kim et al., 2015). Die vollständige Darstellung einschließlich der Grenzen steht auf der TB-500-Produktseite.
Warum gerade diese beiden nebeneinander
Die Kombination ist inhaltlich nachvollziehbar, weil die beiden Peptide verschiedene Ebenen desselben Vorgangs betreffen: BPC-157 wird mit Gefäßneubildung und Zytoprotektion in Verbindung gebracht, TB-500 mit dem Aktin-Zytoskelett und der Zellwanderung. Gewebereparatur braucht beides — Versorgung und Bewegung. Genau diese Unabhängigkeit der Angriffspunkte ist die Voraussetzung für Additivität.
Ebenso wichtig ist, was daraus nicht folgt. Zwei plausible Mechanismen ergeben noch keinen belegten Kombinationseffekt; sie ergeben eine prüfbare Hypothese. Für die Prüfung braucht es vier Arme — Kontrolle, BPC-157 allein, TB-500 allein, Kombination — und Endpunkte, die früh und spät messen, weil Migration und Vaskularisierung unterschiedlichen Zeitverläufen folgen.
Endpunkte, die in Reparaturmodellen etwas aussagen
Gewebereparatur ist kein einzelner Vorgang, sondern eine Abfolge überlappender Phasen, und jede davon hat eigene Messgrößen. Wer eine Kombination prüft, sollte mindestens aus zwei Phasen je einen Endpunkt erheben, sonst bleibt unklar, an welcher Stelle ein Effekt entsteht.
Frühe Phase, Stunden bis wenige Tage. Hier dominieren Zellmigration und Proliferation. Messbar sind der Verschluss einer Lücke im Zellrasen, die Wanderung durch eine poröse Membran, die Zahl teilungsaktiver Zellen und die Expression von Migrationsmarkern. In dieser Phase ist ein Effekt über das Aktin-Zytoskelett zu erwarten, falls einer vorliegt.
Mittlere Phase, Tage bis ein bis zwei Wochen. Jetzt zählen Gefäßneubildung und Matrixaufbau: Gefäßdichte in der Histologie, Expression und Rezeptorbindung angiogener Faktoren, Kollagengehalt, Zusammensetzung der Grundsubstanz. Hier liegt der beschriebene Angriffspunkt der ersten Komponente.
Späte Phase, Wochen. Erst hier zeigt sich, ob aus mehr Gewebe auch besseres Gewebe geworden ist. Die entscheidenden Größen sind mechanisch — Zugfestigkeit, Steifigkeit, Reißkraft — und morphologisch, etwa die Ausrichtung der Fasern. Diese Endpunkte sind die einzigen, die zwischen Narbenbildung und funktioneller Wiederherstellung unterscheiden, und sie werden in der Peptidliteratur am seltensten erhoben.
Für eine Kombinationsprüfung folgt daraus ein Mindestaufbau: je ein früher Migrationsendpunkt, ein mittlerer Gefäß- oder Matrixendpunkt und ein später funktioneller Endpunkt, jeweils in allen vier Armen. Das ist aufwendiger als ein einzelner Viabilitätsassay, aber es ist der Unterschied zwischen einer Beobachtung und einem Befund.
Für die Versuchsplanung
- Vier Arme, nicht zwei. Ohne die Einzelsubstanzarme ist keine Aussage über Additivität oder Synergie möglich.
- Äquimolar statt massegleich. Die beiden Peptide haben verschiedene Molekulargewichte; ein Vergleich nach Milligramm vergleicht verschiedene Stoffmengen.
- Zeitverläufe trennen. Migrationsendpunkte reagieren früh, Gefäß- und Festigkeitsendpunkte spät; ein einziger Messzeitpunkt verdeckt die Hälfte des Geschehens.
- Getrennt rekonstituieren. Beide Vials einzeln ansetzen und die Lösungen erst im Versuch zusammenführen — das erhält die Möglichkeit, die Anteile zu variieren, und vermeidet unbekannte Wechselwirkungen in der Stammlösung.
- Lösungsmittel bewusst wählen. Bakteriostatisches Wasser eignet sich für Mehrfachentnahmen über Wochen, nicht für Zellkulturarbeiten — dort gehört ein konservierungsmittelfreier Ansatz hin.
- Stabilität beachten. Rekonstituierte Peptidlösungen verlieren über die Zeit Gehalt; bei einem Versuch über mehrere Wochen gehört eine Gehaltskontrolle zum Protokoll.
Getrennte Vials oder Kombinationsvial?
Dieselben zwei Wirkstoffe gibt es auch als gemeinsam abgefülltes Vial. Welche Darreichung die richtige ist, hängt allein vom Versuchsziel ab.
Für mechanistische Fragen sind getrennte Vials die einzige brauchbare Wahl. Nur sie erlauben die Einzelsubstanzarme, die Variation des Mengenverhältnisses und die getrennte Dosis-Wirkungs-Kurve. Wer wissen will, ob eine Wirkung additiv ist, braucht die Möglichkeit, jeden Bestandteil einzeln und in verschiedenen Anteilen einzusetzen — ein festes Verhältnis im Vial nimmt diese Freiheit.
Für Anwendungs- und Vergleichsversuche mit einem bereits festgelegten Verhältnis ist das Kombinationsvial praktischer: weniger Ansätze, weniger Pipettierschritte, weniger Gelegenheiten für Übertragungsfehler. Es setzt aber voraus, dass das Verhältnis der beiden Komponenten bereits begründet feststeht — und diese Begründung muss aus einem Versuch mit getrennten Substanzen stammen.
Die Reihenfolge ist damit vorgegeben: erst getrennt prüfen, dann gegebenenfalls fest kombinieren. Ein Kombinationsvial am Anfang einer Untersuchung verkürzt die Arbeit, aber es verkürzt auch die Aussage.
Forschungsanwendungen
Sets dieser Zusammenstellung werden in der biomedizinischen Forschung in verschiedenen Kontexten eingesetzt: (1) vergleichende Prüfung zweier Substanzen in einem Gewebereparaturmodell; (2) Kombinationsversuche mit Einzelsubstanzkontrollen; (3) Migrationsassays (Scratch, Boyden-Kammer) mit paralleler Angiogenesemessung; (4) Sehnen-, Muskel- und Schleimhautmodelle; (5) Zeitverlaufsstudien mit frühen und späten Endpunkten; (6) Dosis-Wirkungs-Reihen beider Substanzen nebeneinander; (7) Stabilitäts- und Formulierungsvergleiche; (8) Methodenentwicklung für die gleichzeitige Quantifizierung zweier Peptide in einer Probe.
Rekonstitution und Reichweite
Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf die Laborpraxis, nicht auf eine Anwendung an Mensch oder Tier.
| Vial | Lösungsmittel | Ergebnis |
|---|---|---|
| BPC-157 10 mg | 2 ml | 5 mg/ml; 1 Skaleneinheit (0,01 ml) entspricht 50 µg |
| TB-500 10 mg | 2 ml | 5 mg/ml; 1 Skaleneinheit entspricht 50 µg |
| Bakteriostatisches Wasser | 10 ml gesamt | reicht für beide Vials mit Reserve |
Für die Umrechnung von Konzentration, Volumen und Skalenwert steht der Rechner bereit. Der aktuelle Preis steht in der Kaufbox oben auf dieser Seite.
Qualität: Warum jede Charge einzeln belegt sein muss
Bei einem Set gilt für jedes Peptid dasselbe wie für die Einzelprodukte: HPLC-Reinheit ab 99 % und massenspektrometrisch bestätigte Identität, jeweils mit eigener Chargennummer und eigenem Analysenzertifikat. Ein Sammelzertifikat für ein Set ersetzt das nicht, weil die Chargen unabhängig voneinander produziert werden. Bei beiden Peptiden dieses Sets sind Deletionssequenzen die typische Verunreinigung; bei quantitativen Arbeiten kommt der Nettopeptidgehalt hinzu, weil beide als Salz vorliegen.
Jede ALPHASYNTH-Charge wird per HPLC auf Reinheit und per Massenspektrometrie auf Identität geprüft. Das Certificate of Analysis (COA) ist der Bestellung zugeordnet und über die Vial-Prüfung anhand der Chargenbezeichnung abrufbar; die Übersicht aller Berichte steht unter Laborberichte. Wie ein COA gelesen wird, erklärt der Fachartikel Certificate of Analysis richtig lesen.
Spezifikationen
| Set | Healing Stack — zwei Forschungspeptide plus Verbrauchsmaterial |
| Peptid 1 | BPC-157, 10 mg, eigenes Vial, eigenes COA |
| Peptid 2 | TB-500, 10 mg, eigenes Vial, eigenes COA |
| Verbrauchsmaterial | Bakteriostatisches Wasser 10 ml, 5 Insulinspritzen 31G/1 ml (U-100) |
| Form | Lyophilisierte Pulver, getrennt abgefüllt |
| Reinheit | ≥ 99 % je Peptid (HPLC), Identität per Massenspektrometrie |
| Qualitätskontrolle | HPLC, MS, COA je Charge und Peptid |
| Verwendung | Research Use Only — nicht für Mensch oder Tier |
Lagerung & Haltbarkeit
| Lyophilisiert, −20 °C | bis zu 24 Monate, lichtgeschützt |
| Lyophilisiert, 2–8 °C | bis zu 6 Monate |
| Rekonstituiert, 2–8 °C | je nach Peptid einige Wochen; Datum auf jedem Vial notieren |
| Verbrauchsmaterial | Spritzen trocken und staubfrei, Lösungsmittel bei Raumtemperatur |
Vorgehen im Labor
- Alle Bestandteile auf Raumtemperatur bringen.
- Septen von Peptidvials und Lösungsmittelbehältnis desinfizieren und trocknen lassen.
- Mit einer frischen Spritze das Lösungsmittel entnehmen und langsam an der Innenwand des ersten Peptidvials entlang zugeben.
- Vial sanft schwenken bis zur vollständigen Lösung; nicht schütteln. Sichtkontrolle auf Klarheit.
- Für das zweite Peptid eine frische Spritze verwenden — kein Wechsel zwischen den Vials mit derselben Kanüle.
- Beide Vials mit Konzentration und Datum beschriften und gekühlt lagern.
- Im Versuch die Anteile erst im Ansatz zusammenführen, nicht in der Stammlösung.
Versand & Handling
- Versand per DHL aus Deutschland, Lieferzeit innerhalb Deutschlands in der Regel 1–3 Werktage, in der EU 3–5 Werktage
- Diskreter Versand, keine Produktbezeichnung auf dem Paket
- Lyophilisate sind für den Transport über 2–3 Tage bei Raumtemperatur stabil; nach Erhalt kühl oder gefroren lagern
- Chargennummer auf jedem Vial, Certificate of Analysis (COA) je Charge abrufbar
Weiterführende Seiten
- BPC-157 · TB-500 — die Einzelsubstanzen mit vollständiger Studienlage
- BPC-157 und TB-500 im Kombinationsvial — dieselben Wirkstoffe in anderer Darreichung
- Bakteriostatisches Wasser · Insulinspritzen — das enthaltene Verbrauchsmaterial
- KPV — ebenfalls Gegenstand der Forschung zu Gewebe- und Hautregeneration
- Certificate of Analysis richtig lesen — bei Sets gilt es je Charge
Warum ALPHASYNTH™?
- Belegte Reinheit: Jede Charge mit HPLC-Analysezertifikat (≥ 99 %) und massenspektrometrischer Identitätsprüfung
- Rückverfolgbarkeit: Chargennummer auf jedem Vial, COA je Bestellung über die Vial-Prüfung abrufbar
- Sichere Lieferung: Diskrete Verpackung, versichert, EU-weiter Versand per DHL aus Deutschland
- Fachkundiger Support: Technische Fragen beantwortet unser Forschungsteam
- Quellenstandard: Diese Seite sagt ausdrücklich, dass zur Kombination selbst keine Studie vorliegt
Alle Produkte von ALPHASYNTH™ sind ausschließlich für wissenschaftliche Forschungszwecke bestimmt. Nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch.







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