Stand der Studienlage: September 2026 · alle Quellen mit PubMed-Nachweis
Forschungsübersicht
PNC-27 ist ein chimäres Peptid aus 32 Aminosäuren: Ein Abschnitt der Transaktivierungsdomäne des Tumorsuppressors p53 — die Reste 12 bis 26, die an das Protein HDM-2 binden — ist mit der zellpenetrierenden Sequenz Penetratin verknüpft (Sarafraz-Yazdi et al., 2022, Biomedicines). Entwickelt wurde es von der Gruppe um Matthew Pincus mit computergestützter Molekülmodellierung, zusammen mit verwandten Peptiden aus p53 und ras-p21 (Pincus et al., 2011).
Der beschriebene Wirkmechanismus unterscheidet PNC-27 von praktisch allen anderen Peptiden: Es tötet Zellen nicht über einen Signalweg, sondern mechanisch. HDM-2, normalerweise ein Kernprotein, ist bei vielen Tumorzellen auch in der Plasmamembran exprimiert. Dort bindet PNC-27 daran und bildet transmembranäre Poren, durch die der Zellinhalt austritt — Nekrose statt Apoptose, unabhängig vom p53-Status der Zelle (Sarafraz-Yazdi et al., 2010, PNAS). Normale Zellen, die HDM-2 nicht in der Membran tragen, bleiben nach den Arbeiten dieser Gruppe unbeeinflusst. Diese Seite ordnet ein, wie belastbar diese Befunde sind — und nennt auch, was ihnen fehlt.
Molekulare Architektur
Das Peptid besteht aus zwei funktionell getrennten Teilen. Der p53-Abschnitt (Reste 12-26) trägt die Bindungsstelle für die N-terminale Domäne von HDM-2, dem humanen Homolog von MDM-2, das p53 im Normalfall zum Abbau markiert. Der Penetratin-Abschnitt am Carboxylende ist eine etablierte zellpenetrierende Sequenz aus dem Antennapedia-Homöodomänprotein.
Sarafraz-Yazdi et al. (2010) zeigten den strukturellen Kern des Mechanismus: Die dreidimensionale Struktur der p53-Reste in PNC-27 ist direkt auf die Struktur derselben Reste im HDM-2-gebundenen Zustand abbildbar — das Peptid nimmt also in Lösung bereits die Konformation ein, die es für die Bindung braucht. Sookraj et al. (2010) prüften mit einem grün fluoreszierenden Konstrukt, ob das gesamte Peptid oder nur Fragmente die Porenbildung auslösen, und fanden das intakte Peptid als wirksame Einheit. Krzesaj et al. (2024) ergänzten den Nachweis, dass PNC-27 an die p53-Bindungsstelle von HDM-2 (Reste 1-109) in der Krebszellmembran bindet, und beschrieben zusätzlich eine selektive Störung der Mitochondrien in behandelten Zellen.
Das ältere Schwesterpeptid PNC-28 nutzt die p53-Reste 17-26 und dieselbe Penetratin-Sequenz; Michl et al. (2006, International Journal of Cancer) zeigten damit im Tiermodell eine Hemmung des Pankreaskarzinomwachstums und hielten fest, dass es Nekrose, nicht Apoptose auslöst, auch in Linien mit homozygoter p53-Deletion.
Wirkmechanismus laut Studien
- Membranständiges HDM-2 als Ziel: Davitt et al. (2014) — die Nekrose einer schlecht differenzierten Leukämielinie hing von der HDM-2-Expression in der Plasmamembran ab, nicht von der p53-Aktivität.
- Dosis-Wirkung über die Membranexpression: Thadi et al. (2020, Anticancer Research) — an drei akuten myeloischen Leukämielinien (U937, OCI-AML3, HL-60) wurde die Oberflächenexpression von HDM-2 durchflusszytometrisch gemessen, die Zytotoxizität über Laktatdehydrogenase-Freisetzung sowie Annexin V und Caspase 3; normale hämatopoetische Zellen blieben unbeeinflusst. Thadi et al. (2020b) — dieselbe Abhängigkeit an Ovarialkarzinomlinien (SKOV-3, OVCAR-3) gegenüber einer nicht transformierten Kontrolllinie.
- Porenbildung statt Signalweg: Sarafraz-Yazdi et al. (2022) belegten per Immun-Rasterelektronenmikroskopie mit zwei verschieden großen Goldpartikeln die Kolokalisation von PNC-27 und HDM-2 an der Membran; Energieberechnungen sprechen für 1:1-Komplexe, bei denen die Penetratin-Sequenz vom Komplex weg zeigt.
- Der Mechanismus als Konzept: Pincus et al. (2024, Biomedicines) fassen ihn unter dem Begriff „Poptosis“ zusammen — peptidinduzierte transmembranäre Porenbildung mit raschem Austritt des Zellinhalts.
- Unabhängige Bestätigung des Ziels: Wang et al. (2020, Leukemia) — membranständiges HDM2 als therapeutischer Ansatzpunkt bei akuter myeloischer Leukämie, aus einer anderen Arbeitsgruppe.
- Als Zielsteuerungselement: Darban et al. (2017) — PNC27 als Ligand auf liposomalem Doxorubicin: in HDM2-positiven C26-Kolonkarzinomzellen deutlich gesteigerte Aufnahme und Wirksamkeit, in HDM2-negativen B16F0-Melanomzellen nicht. Das ist der sauberste Selektivitätsnachweis der Literatur, weil er eine Negativkontrolle auf Zielstrukturebene mitführt.
Aktuelle Studienlage
Untersuchte Tumormodelle
Die Arbeiten decken solide und hämatologische Tumoren ab: Pankreaskarzinom (Michl 2006), akute myeloische Leukämien (Davitt 2014; Thadi 2020), Ovarialkarzinom (Thadi 2020b), Zervixkarzinom (Krzesaj et al., 2025) und Kolonkarzinom im Trägerkontext (Darban 2017). Ergänzend beschreiben Soriano-Correa et al. (2023) dichtefunktionaltheoretische und Docking-Untersuchungen zur Stabilität p53-abgeleiteter Peptide am p53-MDM2-Komplex, und Rodríguez et al. (2015) ein intein-vermitteltes Produktionsverfahren für zellpenetrierende Peptide in Escherichia coli.
Was der Datenlage fehlt
Zwei Einschränkungen gehören zu einer ehrlichen Darstellung. Erstens stammt der überwiegende Teil der Publikationen aus einer Arbeitsgruppe und ihrem Umfeld; unabhängige Replikationen des Porenmechanismus sind rar, auch wenn die Zielstruktur membranständiges HDM-2 von anderen bestätigt wurde (Wang 2020). Zweitens gibt es keine klinische Studie am Menschen — die Datenlage endet bei Zellkultur und Tiermodell. Für die Forschung ist PNC-27 damit ein gut charakterisiertes Werkzeug zur Untersuchung membranständigen HDM-2 und peptidinduzierter Membranpermeabilisierung, kein therapeutischer Kandidat mit klinischem Reifegrad.
Einordnung: PNC-27 unter den p53-MDM2-Ansätzen
| PNC-27 | PNC-28 | Klassische MDM2-Inhibitoren | |
|---|---|---|---|
| Aufbau | p53 12-26 + Penetratin, 32 Reste | p53 17-26 + Penetratin | kleine Moleküle |
| Angriffsort | HDM-2 in der Plasmamembran | HDM-2 in der Plasmamembran | MDM2 im Zellkern |
| Zelltodform | Nekrose durch Porenbildung | Nekrose | p53-abhängige Apoptose |
| p53-Status der Zelle | unerheblich | unerheblich | funktionsfähiges p53 nötig |
| Klinische Daten | keine | keine | klinische Studien vorhanden |
Weitere Moleküle mit p53-Bezug im Sortiment: FOXO4-DRI — dort wird p53 nicht freigesetzt, um Tumorzellen zu töten, sondern um seneszente Zellen zu entfernen.
Für die Versuchsplanung
- Membranständiges HDM-2 vorher messen. Die gesamte Selektivität hängt daran (Davitt 2014; Thadi 2020). Durchflusszytometrie an nicht permeabilisierten Zellen ist der richtige Nachweis — eine Western-Blot-Bande aus dem Gesamtlysat sagt nichts über die Membranlokalisation.
- HDM-2-negative Zelllinie als Kontrolle. Der Aufbau von Darban et al. (2017) mit HDM2-positiven und -negativen Linien ist das methodische Vorbild.
- Nekrose und Apoptose getrennt erfassen. Laktatdehydrogenase-Freisetzung für Membranintegrität, Annexin V und Caspase 3 für Apoptose; der beschriebene Mechanismus erzeugt das erste Signal ohne das zweite.
- Zeitskala beachten. Porenbildung wirkt innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden; ein 48-Stunden-Viabilitätsassay allein verwischt den Unterschied zu langsamen Signalwegeffekten.
- Peptidkonzentration und Serum. Zellpenetrierende, stark kationische Peptide binden an Serumproteine; Versuche mit und ohne Serum liefern unterschiedliche Schwellen und sollten beide dokumentiert werden.
- Das intakte Peptid ist die Wirkeinheit. Fragmente lösen die Porenbildung nicht aus (Sookraj 2010) — Abbau in Kultur ist damit direkt ein Wirkverlust; Reinheit und Frische der Lösung sind hier wichtiger als bei robusteren Peptiden.
Forschungsanwendungen
PNC-27 wird in der biomedizinischen Forschung in verschiedenen Kontexten eingesetzt: (1) Untersuchung von membranständigem HDM-2 als Tumormarker; (2) Mechanismen peptidinduzierter Membranpermeabilisierung und Porenbildung; (3) Zytotoxizitätsassays an Tumorlinien mit passender Normalzellkontrolle; (4) Nekrose- gegen Apoptose-Diskriminierung in der Zelltodforschung; (5) p53-MDM2-Interaktion als Modellsystem für Protein-Protein-Wechselwirkungen; (6) zellpenetrierende Peptide und deren Ladungskonstruktion; (7) peptidgesteuerte Wirkstoffträger (Liposomen, Nanopartikel); (8) mitochondriale Membranintegrität unter Peptideinwirkung.
PNC27 kaufen: 5 mg oder 10 mg?
ALPHASYNTH führt PNC-27 in zwei Vialgrößen. Welche für ein Forschungsvorhaben sinnvoll ist, hängt von der Zahl der Ansätze und den nötigen Konzentrationen ab — nicht von einer Dosierung, denn dieses Produkt ist nicht für die Anwendung an Mensch oder Tier bestimmt. Da membranaktive Peptide im mikromolaren Bereich eingesetzt werden, ist der Verbrauch je Ansatz höher als bei rezeptorwirksamen Peptiden.
| Vial | Rekonstitution mit 1 ml | Rekonstitution mit 2 ml | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 5 mg | 5 mg/ml | 2,5 mg/ml | Einzelne Zelllinienvergleiche, Dosisreihen |
| 10 mg | 10 mg/ml | 5 mg/ml | Mehrere Linien plus Kontrollen aus einer Charge, niedrigster Preis je mg |
Eine einzige Charge für eine gesamte Versuchsreihe ist methodisch sauberer als mehrere. Die aktuellen Preise stehen in der Kaufbox oben auf dieser Seite; der Preis je Milligramm wird dort live berechnet.
Qualität: Warum Reinheit und Identität belegt sein müssen
Bei einem 32er-Peptid ist die Syntheselänge selbst das Hauptrisiko: Jede Kupplung verläuft mit einer Ausbeute unter 100 %, und Abbruch- oder Deletionssequenzen häufen sich über die Kette. Für PNC-27 ist das keine Randnotiz, sondern der Wirkmechanismus — nur das intakte Peptid löst die Porenbildung aus (Sookraj 2010), verkürzte Varianten sind inaktive Verunreinigungen. Entscheidend sind daher die HPLC-Reinheit ab 99 % und die massenspektrometrische Identität, die Deletionen im Bereich einzelner Aminosäuren sichtbar macht. Wegen der zahlreichen basischen Reste der Penetratin-Sequenz ist außerdem der Nettopeptidgehalt relevant: Die Einwaage enthält einen erheblichen Gegenionenanteil.
Jede ALPHASYNTH-Charge wird per HPLC auf Reinheit (≥ 99 %) und per Massenspektrometrie auf Identität geprüft. Das Certificate of Analysis (COA) ist der Bestellung zugeordnet und über die Vial-Prüfung anhand der Chargenbezeichnung abrufbar; die Übersicht aller Berichte steht unter Laborberichte. Wie ein COA gelesen wird, erklärt der Fachartikel Certificate of Analysis richtig lesen.
Spezifikationen
| Wirkstoff | PNC-27 — chimäres p53-Penetratin-Peptid |
| Aufbau | 32 Aminosäuren: HDM-2-Bindungsdomäne aus p53 (Reste 12-26) plus zellpenetrierende Penetratin-Sequenz |
| Molekulargewicht | laut Angabe im Analysenzertifikat der Charge |
| Zielstruktur | HDM-2 (Reste 1-109) in der Plasmamembran von Tumorzellen |
| Wirkprinzip | Transmembranäre Porenbildung mit nachfolgender Nekrose; unabhängig vom p53-Status |
| Reinheit | ≥ 99 % (HPLC), Identität per Massenspektrometrie |
| Form | Lyophilisiertes weißes Pulver |
| Menge pro Vial | 5 mg oder 10 mg (je nach Variante) |
| Qualitätskontrolle | HPLC, MS, COA je Charge, Chargennummer auf dem Vial |
| Verwendung | Research Use Only — nicht für Mensch oder Tier; keine klinischen Daten |
Lagerung & Haltbarkeit
| Lyophilisiert, −20 °C | bis zu 24 Monate, trocken und lichtgeschützt |
| Lyophilisiert, 2–8 °C | bis zu 3 Monate |
| Rekonstituiert, 2–8 °C | wenige Tage; da nur das intakte Peptid wirksam ist, frisch ansetzen |
| Nach Rekonstitution | Nicht wiederholt einfrieren, Low-Binding-Gefäße, Sterilität wahren |
Rekonstitution
- Vial und Lösungsmittel auf Raumtemperatur bringen (Kondenswasser vermeiden).
- Steriles Wasser oder Puffer für Einmalansätze; bakteriostatisches Wasser nur, wenn Mehrfachentnahmen unvermeidbar sind.
- Das Lösungsmittel langsam an der Innenwand des Vials entlang zugeben, nicht direkt auf das Lyophilisat.
- Vial sanft schwenken, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat; nicht schütteln — kationische Peptide schäumen stark.
- Visuelle Kontrolle: Die Lösung muss klar und farblos sein; Trübung ist bei einem Peptid dieser Länge ein Aggregationshinweis und ein Ausschlusskriterium.
- Für Zellkultur sterilfiltrieren (0,22 µm, Low-Binding) und in Einzelportionen aliquotieren.
- Konzentration und Datum auf jedem Aliquot notieren.
Für die Umrechnung von Konzentration und Volumen steht der Rechner bereit.
Befunde in publizierten Studien
Zur Einordnung der wissenschaftlichen Literatur — keine Anleitung.
| Modell | Gegenstand | Befund | Quelle |
|---|---|---|---|
| Pankreaskarzinom (PNC-28) | Zellkultur und Tiermodell | Nekrose, kein Apoptosesignal; Wachstumshemmung in vivo | Michl 2006 |
| Tumorzellmembranen | Struktur und Bindung | HDM-2-bindende Konformation, Membranolyse | Sarafraz-Yazdi 2010 |
| Tumorzellen, GFP-Konstrukt | intaktes Peptid gegen Fragmente | nur das intakte Peptid bildet Poren | Sookraj 2010 |
| AML-Linien U937, OCI-AML3, HL-60 | Membran-HDM-2, LDH, Annexin V | Nekrose; normale hämatopoetische Zellen unbeeinflusst | Thadi 2020 |
| Ovarialkarzinom SKOV-3, OVCAR-3 | Membranexpression und Ansprechen | Wirkung korreliert mit HDM-2 in der Membran | Thadi 2020b |
| C26 (HDM2+) gegen B16F0 (HDM2−) | PNC27 als Ligand auf Liposomen | Aufnahme und Wirkung nur in HDM2-positiven Zellen | Darban 2017 |
| Mensch | — | keine klinische Studie | Pincus 2024 |
Versand & Handling
- Versand per DHL aus Deutschland, Lieferzeit innerhalb Deutschlands in der Regel 1–3 Werktage, in der EU 3–5 Werktage
- Diskreter Versand, keine Produktbezeichnung auf dem Paket
- Lyophilisat ist für den Transport über 2–3 Tage bei Raumtemperatur stabil; nach Erhalt gefroren lagern
- Chargennummer auf dem Vial, Certificate of Analysis (COA) je Charge abrufbar
Weiterführende Fachartikel
- FOXO4-DRI — der zweite p53-bezogene Ansatz im Sortiment, mit umgekehrter Zielsetzung
- Certificate of Analysis richtig lesen — bei langen Peptiden entscheidend
- Peptid-Rechner — Konzentration und Volumen umrechnen
Warum ALPHASYNTH™?
- Belegte Reinheit: Jede Charge mit HPLC-Analysezertifikat (≥ 99 %) und massenspektrometrischer Identitätsprüfung
- Rückverfolgbarkeit: Chargennummer auf dem Vial, COA je Bestellung über die Vial-Prüfung abrufbar
- Sichere Lieferung: Diskrete Verpackung, versichert, EU-weiter Versand per DHL aus Deutschland
- Fachkundiger Support: Technische Fragen beantwortet unser Forschungsteam
- Quellenstandard: Diese Seite nennt auch die Grenzen der Datenlage — wenige unabhängige Gruppen, keine Humanstudien
Alle Produkte von ALPHASYNTH™ sind ausschließlich für wissenschaftliche Forschungszwecke bestimmt. Nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch.






Anonym (Verifizierter Käufer) –
Ich danke euch, gebe das aktuell meinem Opa und die Ärzte selbst sind geschockt und wollten wissen woher das kommt.
Juta Weingart (Verifizierter Käufer) –
Großartig, Bestellung kam 5 Tage an.
Alexandra K (Verifizierter Käufer) –
Danke, danke, danke. Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei euch.
Ruben P (Verifizierter Käufer) –
Gibt es nur hier. ! Danke PNC-27