Stand der Studienlage: September 2026 · alle Quellen mit PubMed-Nachweis
Was im Set enthalten ist
| Bestandteil | Menge | Stoffklasse und Ebene |
|---|---|---|
| Epithalon | 10 mg, eigenes Vial | Tetrapeptid; Genexpression und Telomerforschung |
| NAD+ | 500 mg, eigenes Vial | Dinukleotid; Coenzym des Energiestoffwechsels und Substrat der Sirtuine |
| MOTS-c | 5 mg, eigenes Vial | mitochondrial kodiertes Mikroprotein; AMPK-Achse |
Alle drei Substanzen sind getrennt abgefüllt und werden getrennt rekonstituiert. Sie gehören zu drei verschiedenen Stoffklassen mit drei verschiedenen Angriffsebenen — das Set ist eine Zusammenstellung von Einzelsubstanzen, kein vorgemischtes Präparat.
Drei Substanzen, drei Ebenen
Die Alternsforschung arbeitet nicht mit einem Mechanismus, sondern mit einer Reihe verschränkter Prozesse: Genomstabilität, Energiestoffwechsel, mitochondriale Funktion, Seneszenz, Proteostase. Die drei Substanzen dieses Sets greifen an unterschiedlichen Stellen dieses Netzes an, und das ist zugleich ihre Stärke und ihre methodische Schwierigkeit.
Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid aus der russischen Peptidforschung, das mit Genexpression und Telomerbiologie in Verbindung gebracht wird. NAD+ ist kein Signalmolekül, sondern ein Coenzym — es überträgt Elektronen im Energiestoffwechsel und ist zugleich Substrat für Enzymfamilien, die Proteine modifizieren und DNA-Schäden bearbeiten. MOTS-c ist ein im mitochondrialen Genom kodiertes Mikroprotein, das im Zellkern die Stressantwort mitreguliert.
Zu dieser Dreierkombination gibt es keine eigene publizierte Untersuchung. Die Datenlage besteht aus den Einzelsubstanzen, und sie ist bei allen dreien unterschiedlich belastbar. Wer mit dem Set arbeitet, plant deshalb sinnvollerweise nicht die Kombination als Ganzes, sondern einen Vergleich: drei Wirkprinzipien nebeneinander, in demselben Modell, mit denselben Endpunkten.
Epithalon: die erste Komponente
Das Tetrapeptid wurde von der Gruppe um Wladimir Chawinson beschrieben und in einer Reihe von Arbeiten untersucht: zur Wirkung auf Genexpression und Chromatin (Khavinson et al., 2003; Khavinson, 2002; Khavinson und Morozov, 2003), zur Melatoninsekretion bei alternden Tieren (Djeridane et al., 2003), zur Genexpression im Zellkulturmodell (Sibarov et al., 2002) und zu Tumormodellen (Anisimov et al., 2002, International Journal of Cancer; Anisimov et al., 2003). Neuere Übersichten (Khavinson et al., 2020; Al-Dulaimi et al., 2025, Biogerontology; Araj et al., 2025) ordnen die Substanz ein.
Für die Versuchsplanung entscheidend ist die Herkunft der Literatur: Sie stammt überwiegend aus einer Forschungstradition, und unabhängige Replikationen außerhalb dieses Umfelds sind selten. Die vollständige Darstellung einschließlich dieser Einschränkung steht auf der Epithalon-Produktseite.
NAD+: die zweite Komponente
NAD+ ist das am besten belegte Molekül dieses Sets — und das mit dem klarsten Mechanismus. Verdin (2015, Science) und Covarrubias et al. (2021, Nature Reviews Molecular Cell Biology) beschreiben den Stoffwechsel des Coenzyms und seinen Zusammenhang mit dem Altern; Imai und Guarente (2014) die Verbindung zu den Sirtuinen.
Zentral für jede Versuchsplanung ist die Frage des Verbrauchs: Camacho-Pereira et al. (2016, Cell Metabolism), Covarrubias et al. (2020, Nature Metabolism) und Chini et al. (2021) beschreiben den altersabhängigen Anstieg NAD-verbrauchender Enzymaktivität. Luongo et al. (2020, Nature) zeigten, dass nicht nur die Menge, sondern das Verhältnis von NAD+ zu NADH den Stoffwechsel steuert — eine Unterscheidung, die in Versuchen oft untergeht. Liu et al. (2018, Cell Metabolism) beschreiben Bildung und Verbrauch quantitativ, Zhan et al. (2023, Neuron) die Rolle im Nervensystem. Die vollständige Darstellung steht auf der NAD+-Produktseite.
MOTS-c: die dritte Komponente
MOTS-c wurde von Lee et al. (2015, Cell Metabolism) als mitochondrial kodiertes Peptid beschrieben, das den Folat-Stoffwechsel und die AMPK-Achse beeinflusst; Lee et al. (2013) ordneten die Klasse der mitochondrialen Mikroproteine ein. Kim et al. (2018, Cell Metabolism) zeigten die Translokation in den Zellkern unter Stress, Reynolds et al. (2021, Nature Communications) die Wirkung auf den Muskelstoffwechsel im Tier. Zempo et al. (2021) untersuchten eine Genvariante in einer Bevölkerungsgruppe; Mohtashami et al. (2022) und Wan et al. (2023) geben aktuelle Übersichten. Interventionsstudien am Menschen fehlen. Die vollständige Darstellung steht auf der MOTS-c-Produktseite.
Additivität, Synergie und die Falle der Alternsmodelle
Bei drei Substanzen mit drei Angriffspunkten wäre zunächst Additivität zu erwarten: Die Einzeleffekte summieren sich im gemeinsamen Endpunkt. Synergie läge erst vor, wenn das Ergebnis die Summe übersteigt. Um das zu prüfen, braucht es im Grundsatz acht Arme — Kontrolle, drei Einzelsubstanzen, drei Zweierkombinationen und die Dreierkombination. Das ist aufwendig, aber es ist der einzige Aufbau, der die Frage beantwortet.
Hinzu kommt eine Schwierigkeit, die für die Alternsforschung spezifisch ist: Der Endpunkt entscheidet über das Ergebnis. Marker der zellulären Seneszenz, mitochondriale Funktionsmaße, Genexpressionsprofile und Lebensspanne reagieren unterschiedlich und teils gegenläufig. Ein Set, das einen Marker verbessert, kann einen anderen unverändert lassen. Für eine belastbare Aussage sollten daher mindestens zwei voneinander unabhängige Endpunktfamilien erhoben werden — etwa ein funktioneller Mitochondrienparameter und ein Seneszenzmarker.
Was ein Alternsmodell leisten muss
Die größte Schwierigkeit der Alternsforschung ist nicht die Substanz, sondern das Modell. Ein Befund an kultivierten Zellen, ein Befund an einem kurzlebigen Versuchstier und ein Befund am alternden Säuger beschreiben verschiedene Dinge, und die Übertragung von einer Ebene auf die nächste ist der Punkt, an dem die meisten Aussagen dieser Fachrichtung scheitern.
Zellkultur eignet sich für Mechanismen, nicht für Alterung. Replikative Seneszenz in der Schale bildet einige Merkmale des Alterns ab, aber die Zellen sind aus ihrem Gewebeverband gelöst, wachsen unter Sauerstoffpartialdrücken, die es im Körper nicht gibt, und haben keine Immunzellen, die seneszente Nachbarn entfernen. Ergebnisse aus diesem System sagen etwas über den Signalweg und wenig über den Organismus.
Kurzlebige Modellorganismen erlauben Lebensspannenversuche in überschaubarer Zeit, unterscheiden sich aber in zentralen Stoffwechselwegen vom Säuger. Ein verlängertes Leben in einem solchen Modell ist ein Hinweis, keine Übertragung.
Alternde Nager sind das aussagekräftigste zugängliche System und zugleich das teuerste: Versuche laufen über Monate bis Jahre, brauchen große Gruppen und werden von Haltungsbedingungen, Futter und Infektionsstatus stark beeinflusst. Wer hier arbeitet, sollte die Endpunkte vorab festlegen und Funktionsmaße — Muskelkraft, kognitive Leistung, Belastbarkeit — gegenüber reinen Markerwerten bevorzugen.
Für ein Set aus drei Substanzen heißt das: Die sinnvolle erste Stufe ist ein mechanistischer Vergleich in Zellkultur mit klaren Endpunkten, nicht ein Langzeitversuch. Erst wenn dort ein reproduzierbarer Unterschied zwischen den drei Wirkprinzipien besteht, lohnt der Aufwand der nächsten Ebene.
Für die Versuchsplanung
- Einzelarme führen. Ohne sie ist kein Beitrag der drei Substanzen voneinander zu trennen; bei drei Komponenten wächst die Zahl der nötigen Arme schnell — den Aufbau vorher festlegen.
- Stoffklassen getrennt behandeln. Ein Tetrapeptid, ein Dinukleotid und ein 16-Aminosäuren-Peptid haben verschiedene Löslichkeiten, Stabilitäten und Arbeitskonzentrationen; ein gemeinsames Protokoll für alle drei führt in die Irre.
- Beim Coenzym das Verhältnis messen. NAD+ allein sagt wenig — erst das Verhältnis zu NADH beschreibt den Redoxzustand (Luongo 2020).
- Verbrauchsseite beachten. Im Alter steigt die Aktivität NAD-verbrauchender Enzyme; ein Zufuhrversuch ohne Messung dieser Seite beschreibt nur die halbe Bilanz.
- Molare Mengen vergleichen. 500 mg Coenzym und 5 mg Peptid sind in Stoffmengen ausgedrückt weit auseinander; der Vergleich nach Masse ist bedeutungslos.
- Zeiträume realistisch wählen. Alternsendpunkte brauchen Wochen bis Monate; für so lange Versuche gehören Gehaltskontrollen der rekonstituierten Lösungen ins Protokoll.
Ein letzter Punkt betrifft die Reihenfolge der Fragen. Wer drei Substanzen gleichzeitig prüft, beantwortet keine davon vollständig. Sinnvoll ist, zuerst für jede Substanz einzeln die wirksame Konzentration und das Zeitfenster im eigenen Modell zu bestimmen, und erst danach zu kombinieren. Diese Vorarbeit kostet Wochen, spart aber die Wiederholung eines Kombinationsversuchs, dessen Ergebnis sich im Nachhinein nicht zuordnen lässt.
Forschungsanwendungen
Sets dieser Zusammenstellung werden in der biomedizinischen Forschung in verschiedenen Kontexten eingesetzt: (1) Vergleich verschiedener Alternsmechanismen im selben Modell; (2) mitochondriale Funktionsmessungen (Sauerstoffverbrauch, Membranpotenzial, Biogenesemarker); (3) Redoxbilanz und NAD+/NADH-Verhältnis; (4) Seneszenzmarker in Zellkultur; (5) Genexpressionsprofile unter Peptideinfluss; (6) AMPK- und Sirtuin-Signalwege; (7) Zeitverlaufsstudien über Wochen; (8) Methodenentwicklung zur gleichzeitigen Quantifizierung von Peptiden und Nukleotiden.
Rekonstitution und Reichweite
Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf die Laborpraxis, nicht auf eine Anwendung an Mensch oder Tier.
| Vial | Lösungsmittel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Epithalon 10 mg | 2 ml | 5 mg/ml; kleines, gut lösliches Peptid |
| NAD+ 500 mg | 5 ml | 100 mg/ml; wässrige Lösungen sind pH- und temperaturempfindlich |
| MOTS-c 5 mg | 1 ml | 5 mg/ml; Low-Binding-Gefäße verwenden |
Für die Umrechnung von Konzentration, Volumen und Skalenwert steht der Rechner bereit; als Lösungsmittel für Mehrfachentnahmen eignet sich bakteriostatisches Wasser. Der aktuelle Preis steht in der Kaufbox oben auf dieser Seite.
Qualität: Warum jede Charge einzeln belegt sein muss
Für jede der drei Substanzen gilt ein eigener Prüfmaßstab, und jede trägt eine eigene Chargennummer mit eigenem Analysenzertifikat. Bei den beiden Peptiden sind HPLC-Reinheit und massenspektrometrische Identität die Kerngrößen, beim 16er-Peptid zusätzlich der Nettopeptidgehalt, weil es stark geladen ist und als Salz vorliegt. Beim Coenzym zählen andere Punkte: die Abgrenzung der oxidierten von der reduzierten Form, der Gehalt an Abbauprodukten und der Wassergehalt, da das Molekül hygroskopisch ist. Ein Sammelzertifikat für ein Set ersetzt die Einzelnachweise nicht.
Jede ALPHASYNTH-Charge wird per HPLC auf Reinheit und per Massenspektrometrie auf Identität geprüft. Das Certificate of Analysis (COA) ist der Bestellung zugeordnet und über die Vial-Prüfung anhand der Chargenbezeichnung abrufbar; die Übersicht aller Berichte steht unter Laborberichte. Wie ein COA gelesen wird, erklärt der Fachartikel Certificate of Analysis richtig lesen.
Spezifikationen
| Set | Longevity Stack — drei Substanzen aus drei Stoffklassen der Alternsforschung |
| Bestandteil 1 | Epithalon, 10 mg, eigenes Vial und COA |
| Bestandteil 2 | NAD+, 500 mg, eigenes Vial und COA |
| Bestandteil 3 | MOTS-c, 5 mg, eigenes Vial und COA |
| Angriffsebenen | Genexpression, Redox- und Energiestoffwechsel, mitochondriale Signalgebung |
| Form | Lyophilisierte Pulver, getrennt abgefüllt |
| Qualitätskontrolle | HPLC, MS, COA je Charge und Bestandteil |
| Verwendung | Research Use Only — nicht für Mensch oder Tier |
Lagerung & Haltbarkeit
| Lyophilisiert, −20 °C | bis zu 24 Monate, trocken und lichtgeschützt |
| Lyophilisiert, 2–8 °C | je nach Substanz 3 bis 6 Monate |
| Rekonstituiert | Peptide gekühlt einige Tage bis Wochen; das Coenzym in Lösung möglichst frisch verwenden |
| Allgemein | Nicht wiederholt einfrieren, jedes Vial einzeln beschriften |
Vorgehen im Labor
- Alle Bestandteile auf Raumtemperatur bringen und getrennt bereitstellen.
- Septen desinfizieren und trocknen lassen.
- Für jedes Vial eine frische Spritze verwenden — kein Wechsel zwischen den Substanzen mit derselben Kanüle.
- Lösungsmittel langsam an der Innenwand zugeben, sanft schwenken, nicht schütteln.
- Jede Lösung einzeln auf Klarheit prüfen; das Coenzym zusätzlich auf Verfärbung.
- Konzentration und Datum auf jedem Vial notieren.
- Im Versuch die Substanzen erst im Ansatz zusammenführen, nie in der Stammlösung mischen.
Versand & Handling
- Versand per DHL aus Deutschland, Lieferzeit innerhalb Deutschlands in der Regel 1–3 Werktage, in der EU 3–5 Werktage
- Diskreter Versand, keine Produktbezeichnung auf dem Paket
- Lyophilisate sind für den Transport über 2–3 Tage bei Raumtemperatur stabil; nach Erhalt kühl oder gefroren lagern
- Chargennummer auf jedem Vial, Certificate of Analysis (COA) je Charge abrufbar
Weiterführende Seiten
- Epithalon · NAD+ · MOTS-c — die Einzelsubstanzen mit vollständiger Studienlage
- SS-31 · FOXO4-DRI — weitere Werkzeuge der Alternsforschung mit anderem Angriffspunkt
- Certificate of Analysis richtig lesen — bei Sets gilt es je Charge und Bestandteil
Warum ALPHASYNTH™?
- Belegte Reinheit: Jede Charge mit HPLC-Analysezertifikat und massenspektrometrischer Identitätsprüfung
- Rückverfolgbarkeit: Chargennummer auf jedem Vial, COA je Bestellung über die Vial-Prüfung abrufbar
- Sichere Lieferung: Diskrete Verpackung, versichert, EU-weiter Versand per DHL aus Deutschland
- Fachkundiger Support: Technische Fragen beantwortet unser Forschungsteam
- Quellenstandard: Diese Seite nennt die unterschiedliche Belastbarkeit der drei Datenlagen
Alle Produkte von ALPHASYNTH™ sind ausschließlich für wissenschaftliche Forschungszwecke bestimmt. Nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch.







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