Stand der Studienlage: September 2026 · alle Quellen mit PubMed-Nachweis
Was im Set enthalten ist
| Bestandteil | Menge | Angriffspunkt |
|---|---|---|
| CJC-1295 ohne DAC | 5 mg, eigenes Vial | GHRH-Rezeptor der Hypophyse (Sekretin-Familie, Gs, cAMP) |
| Ipamorelin | 10 mg, eigenes Vial | Ghrelinrezeptor GHS-R1a (Gq, Proteinkinase C, Calcium) |
Beide Peptide sind getrennt abgefüllt und werden getrennt rekonstituiert. Das Set ist eine Zusammenstellung von Einzelsubstanzen, kein vorgemischtes Präparat.
Warum diese Kombination pharmakologisch begründet ist
Die somatotrope Achse hat zwei Eingänge. Der eine ist das hypothalamische Wachstumshormon-freisetzende Hormon, das an seinem eigenen Rezeptor die cAMP-Kaskade anstößt. Der andere ist der Ghrelinrezeptor GHS-R1a, dessen Aktivierung über Proteinkinase C und Calcium läuft und der zusätzlich die Somatostatin-Bremse abschwächt. Zwei verschiedene Rezeptoren, zwei verschiedene Signalwege, ein gemeinsamer Endpunkt — genau die Konstellation, in der mehr als bloße Addition möglich ist.
Anders als bei den meisten gehandelten Peptidkombinationen ist dieser Punkt für die Substanzklassen belegt: Die kombinierte Gabe eines GHRH-Analogons und eines Ghrelinrezeptor-Agonisten erzeugt in der Literatur eine stärkere GH-Antwort, als die Einzelsubstanzen erwarten lassen. Raun et al. (1998, European Journal of Endocrinology) beschrieben dies in der Erstcharakterisierung von Ipamorelin anhand des pharmakologischen Profils mit GHRP- und GHRH-Antagonisten. Für das hier enthaltene GHRH-Analogon gilt ergänzend, was Ionescu und Frohman (2006) für die albumingebundene Variante zeigten: Die pulsatile Struktur der GH-Sekretion bleibt erhalten, weil der Hypothalamus über Somatostatin weiter den Takt vorgibt.
Wichtig für die Einordnung: Zu dieser konkreten Zweierkombination in dieser Mengenrelation gibt es keine eigene publizierte Studie. Belegt ist das Prinzip, nicht das Produkt.
CJC-1295 ohne DAC: die erste Komponente
Das Molekül ist ein modifiziertes Analogon der ersten 29 Aminosäuren des GHRH — jenes Abschnitts, der die volle Aktivität trägt und als Arzneistoff den Freinamen Sermorelin führt. Die Modifikationen schützen vor dem Abbau durch die Dipeptidylpeptidase 4. Jetté et al. (2005, Endocrinology) synthetisierten die zugrunde liegenden Derivate, koppelten sie ex vivo an Serumalbumin und wiesen sowohl die erhöhte Proteasestabilität als auch die unveränderte Aktivierung des GRF-Rezeptors an der Hypophyse nach.
Die klinischen Daten der Substanzfamilie — Teichman et al. (2006) mit zwei randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudien über 28 und 49 Tage sowie Sackmann-Sala et al. (2009) zum Serumproteinprofil — beziehen sich auf die albumingekoppelte Variante mit einer Halbwertszeit von rund acht Tagen. Die hier enthaltene Form ohne Albuminanker wirkt in einem kurzen Zeitfenster; diese Unterscheidung ist für jede Probenplanung entscheidend. Memdouh et al. (2021) trennen beide Formen auch analytisch. Die vollständige Darstellung steht auf der Produktseite.
Ipamorelin: die zweite Komponente
Ipamorelin ist das Pentapeptid Aib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH2 und wurde von Raun et al. (1998) als erstes selektives Wachstumshormon-Sekretagogum beschrieben. Es setzt GH mit einer Potenz und Wirkstärke frei, die mit GHRP-6 vergleichbar ist, ohne dessen Begleitwirkungen auf ACTH, Cortisol und Prolaktin — der Grund, warum es in der Forschung als das saubere Werkzeug dieser Klasse gilt.
Der Rezeptor war zum Zeitpunkt dieser Arbeit bereits kloniert (Howard et al., 1996, Science), sein natürlicher Ligand Ghrelin folgte kurz darauf (Kojima et al., 1999, Nature); Davenport et al. (2005) und Gnanapavan et al. (2002) beschrieben Nomenklatur und Gewebeverteilung. Pharmakokinetik und Pharmakodynamik am Menschen untersuchten Gobburu et al. (1999); weitere Arbeiten betreffen die GH-Antwort im Tier (Johansen et al., 1999; Svensson et al., 2000), die Hypophysenmorphologie (Jiménez-Reina et al., 2002) und die gastrointestinale Motilität (Venkova et al., 2009). Die vollständige Darstellung steht auf der Ipamorelin-Produktseite.
Was die Kombination im Versuch bedeutet
Weil beide Substanzen an verschiedenen Rezeptoren angreifen, erzeugt die gleichzeitige Gabe eine andere GH-Kurve als jede allein — höher im Gipfel und meist auch steiler im Anstieg. Für die Versuchsauswertung folgt daraus, dass der Gipfelwert allein nicht ausreicht: Erst die Fläche unter der Kurve über ein ausreichend langes Fenster beschreibt die tatsächliche Freisetzung, und erst die Pulsstruktur zeigt, ob die physiologische Taktung erhalten bleibt.
Ein zweiter Punkt betrifft die Reihenfolge. Ob beide Substanzen gleichzeitig oder zeitlich versetzt gegeben werden, verändert das Ergebnis, weil die Somatostatin-Hemmung durch den Ghrelinrezeptor-Agonisten ein Zeitfenster öffnet, in dem das GHRH-Analogon stärker wirkt. Zeitversatz ist deshalb eine eigene Versuchsvariable und keine Nebensache.
Warum die Pulsatilität der eigentliche Punkt ist
Wachstumshormon wird nicht gleichmäßig abgegeben, sondern in Stößen, die von einem Wechselspiel aus freisetzendem Hormon und hemmendem Somatostatin erzeugt werden. Diese Taktung ist keine Nebeneigenschaft: Zielgewebe unterscheiden zwischen pulsatiler und dauerhafter Exposition, und die nachgeschaltete Genexpression fällt bei gleicher Gesamtmenge unterschiedlich aus, je nachdem, ob sie in Stößen oder gleichmäßig ankommt.
Genau hier liegt der methodische Unterschied zwischen einem Sekretagogum-Ansatz und der direkten Gabe von Wachstumshormon. Ein Sekretagogum kann nur freisetzen, was die Hypophyse bereitstellt, und es bleibt dabei in das Rückkopplungssystem eingebunden: Steigt das nachgeschaltete IGF-1, dämpft dieses die weitere Freisetzung. Eine direkte Hormongabe umgeht diese Regelung vollständig. Für die Forschung ist der Sekretagogum-Ansatz deshalb das Werkzeug, wenn die Regulation der Achse untersucht werden soll, und das falsche Werkzeug, wenn eine definierte, konstante Hormonkonzentration gebraucht wird.
Für die Auswertung folgt daraus eine konkrete Anforderung: Ein einzelner Messwert nach fester Zeit beschreibt eine pulsatile Antwort nicht. Nötig sind eine Messreihe über das gesamte Antwortfenster, die Fläche unter der Kurve als Hauptgröße und, wo möglich, eine Dekonvolutionsanalyse, die Zahl, Höhe und Breite der einzelnen Stöße trennt. Erst damit wird sichtbar, ob eine Kombination die Stöße verstärkt, verlängert oder lediglich verschiebt — drei Ergebnisse, die in einer Einzelmessung identisch aussehen können.
Für die Versuchsplanung
- Vier Arme. Kontrolle, GHRH-Analogon allein, Ipamorelin allein, Kombination — ohne die Einzelarme ist Synergie nicht von Addition zu trennen.
- Dichtes Probenraster. Ohne Albuminanker wirkt das GHRH-Analogon kurz; GH-Messungen brauchen Abstände von Minuten, nicht Stunden.
- Somatostatin-Ton kontrollieren. Narkose, Tageszeit, Fütterungszustand und Glukosebelastung verändern die Antwort systematisch und müssen über alle Arme gleich gehalten werden.
- Selektivität mitmessen. Cortisol und Prolaktin gehören ins Protokoll — sie sind der Prüfstein für die Selektivität des Ghrelinrezeptor-Agonisten und die Vergleichsgröße gegenüber unselektiven Sekretagoga.
- IGF-1 als nachgeschalteten Endpunkt erheben. GH-Spitzen sind kurzlebig; die Achsenwirkung zeigt sich erst am nachgeschalteten Wachstumsfaktor und an dessen Bindungsprotein.
- Zeitversatz systematisch prüfen. Gleichzeitige und versetzte Gabe als eigene Versuchsbedingungen führen, nicht vermischen.
Getrennte Vials oder Kombinationsvial?
Dieselbe Achse lässt sich auch mit einem gemeinsam abgefüllten Vial adressieren. Die Wahl zwischen beiden Darreichungen ist keine Geschmacksfrage, sondern folgt aus dem Versuchsziel.
Getrennte Vials sind Pflicht, sobald das Verhältnis der beiden Substanzen untersucht werden soll. Nur so lassen sich Einzelarme führen, Dosis-Wirkungs-Kurven getrennt aufnehmen und der Zeitversatz zwischen den Gaben variieren — und gerade der Zeitversatz ist bei zwei Substanzen, die sich gegenseitig das Wirkfenster öffnen, eine der interessantesten Variablen.
Ein festes Kombinationsvial spielt seine Stärke aus, wenn das Verhältnis bereits begründet feststeht und viele gleichartige Ansätze folgen: weniger Pipettierschritte, weniger Übertragungsfehler, geringerer Substanzverlust durch Totraum. Es setzt jedoch voraus, dass die Begründung für das Verhältnis aus einem Versuch mit getrennten Substanzen stammt.
Die sinnvolle Reihenfolge lautet deshalb: erst getrennt prüfen, das Verhältnis bestimmen, dann für die Routine fest kombinieren. Wer mit dem Kombinationsvial beginnt, spart Arbeit und verliert die Möglichkeit, den Beitrag der einzelnen Komponente je zu bestimmen.
Forschungsanwendungen
Sets dieser Zusammenstellung werden in der biomedizinischen Forschung in verschiedenen Kontexten eingesetzt: (1) Untersuchung der Synergie zwischen GHRH- und Ghrelinrezeptor-Signalwegen; (2) GH-Freisetzungsassays an Hypophysenzellkulturen; (3) Pulsatilitätsanalysen der GH-Sekretion; (4) Selektivitätsvergleiche gegenüber unselektiven Sekretagoga; (5) GH-IGF-1-Achsenmodelle; (6) Zeitversatzstudien zur Somatostatin-Interaktion; (7) Rezeptorbindungs- und Desensitisierungsstudien; (8) analytische Methodenentwicklung für die gleichzeitige Bestimmung zweier Peptide.
Rekonstitution und Reichweite
Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf die Laborpraxis, nicht auf eine Anwendung an Mensch oder Tier.
| Vial | Lösungsmittel | Ergebnis |
|---|---|---|
| CJC-1295 ohne DAC, 5 mg | 2 ml | 2,5 mg/ml; 1 Skaleneinheit (0,01 ml) entspricht 25 µg |
| Ipamorelin, 10 mg | 2 ml | 5 mg/ml; 1 Skaleneinheit entspricht 50 µg |
| Äquimolarer Vergleich | über die Molmassen rechnen | Ipamorelin ist mit 712 g/mol deutlich leichter als das 29er-Peptid |
Für die Umrechnung von Konzentration, Volumen und Skalenwert steht der Rechner bereit; als Lösungsmittel eignet sich bakteriostatisches Wasser für Mehrfachentnahmen. Der aktuelle Preis steht in der Kaufbox oben auf dieser Seite.
Qualität: Warum jede Charge einzeln belegt sein muss
Für beide Peptide gilt, was für die Einzelprodukte gilt: HPLC-Reinheit ab 99 % und massenspektrometrisch bestätigte Identität mit eigener Chargennummer und eigenem Analysenzertifikat. Beim 29er-Peptid sind Deletionssequenzen die typische Verunreinigung, weil sich Kupplungsverluste über die Kettenlänge multiplizieren; die Masse belegt zugleich, dass die Modifikationen vorhanden sind — ein unmodifiziertes GRF(1-29) wäre im Versuch binnen Minuten abgebaut. Beim Pentapeptid sind Epimere an den D-Aminosäuren der kritische Punkt: gleiche Masse, andere Retentionszeit, veränderte Rezeptorbindung. Für quantitative Arbeiten kommt bei beiden der Nettopeptidgehalt hinzu.
Jede ALPHASYNTH-Charge wird per HPLC auf Reinheit und per Massenspektrometrie auf Identität geprüft. Das Certificate of Analysis (COA) ist der Bestellung zugeordnet und über die Vial-Prüfung anhand der Chargenbezeichnung abrufbar; die Übersicht aller Berichte steht unter Laborberichte. Wie ein COA gelesen wird, erklärt der Fachartikel Certificate of Analysis richtig lesen.
Spezifikationen
| Set | GH Optimization Stack — zwei Forschungspeptide der somatotropen Achse |
| Peptid 1 | CJC-1295 ohne DAC (Modified GRF 1-29), 5 mg, eigenes Vial und COA |
| Peptid 2 | Ipamorelin, 10 mg, eigenes Vial und COA |
| Rezeptoren | GHRH-Rezeptor und Ghrelinrezeptor GHS-R1a |
| Besonderheit | Pulsatilität der GH-Sekretion bleibt erhalten (Ionescu und Frohman, 2006) |
| Form | Lyophilisierte Pulver, getrennt abgefüllt |
| Reinheit | ≥ 99 % je Peptid (HPLC), Identität per Massenspektrometrie |
| Verwendung | Research Use Only — nicht für Mensch oder Tier; beide Substanzen WADA-verboten |
Lagerung & Haltbarkeit
| Lyophilisiert, −20 °C | bis zu 24 Monate, lichtgeschützt |
| Lyophilisiert, 2–8 °C | bis zu 3 bis 6 Monate je nach Peptid |
| Rekonstituiert, 2–8 °C | das Pentapeptid ist in Lösung stabiler als das 29er-Peptid; Datum je Vial notieren |
| Nach Rekonstitution | Nicht wiederholt einfrieren, lichtgeschützt, Sterilität wahren |
Vorgehen im Labor
- Alle Bestandteile auf Raumtemperatur bringen.
- Septen von Peptidvials und Lösungsmittelbehältnis desinfizieren und trocknen lassen.
- Mit einer frischen Spritze das Lösungsmittel entnehmen und langsam an der Innenwand des ersten Vials entlang zugeben.
- Sanft schwenken bis zur vollständigen Lösung; nicht schütteln. Sichtkontrolle auf Klarheit.
- Für das zweite Peptid eine frische Spritze verwenden.
- Beide Vials mit Konzentration und Datum beschriften, gekühlt und lichtgeschützt lagern.
- Im Versuch die Anteile erst im Ansatz zusammenführen und den Zeitversatz protokollieren.
Versand & Handling
- Versand per DHL aus Deutschland, Lieferzeit innerhalb Deutschlands in der Regel 1–3 Werktage, in der EU 3–5 Werktage
- Diskreter Versand, keine Produktbezeichnung auf dem Paket
- Lyophilisate sind für den Transport über 2–3 Tage bei Raumtemperatur stabil; nach Erhalt kühl oder gefroren lagern
- Chargennummer auf jedem Vial, Certificate of Analysis (COA) je Charge abrufbar
Weiterführende Seiten
- CJC-1295 ohne DAC · Ipamorelin — die Einzelsubstanzen mit vollständiger Studienlage
- CJC-1295 mit Ipamorelin im Kombinationsvial — dieselbe Achse in anderer Darreichung
- CJC-1295 mit DAC — die albumingekoppelte Variante mit den klinischen Daten
- GHRP-6 · GHRP-2 · Hexarelin — die unselektiven Sekretagoga als Vergleich
Warum ALPHASYNTH™?
- Belegte Reinheit: Jede Charge mit HPLC-Analysezertifikat (≥ 99 %) und massenspektrometrischer Identitätsprüfung
- Rückverfolgbarkeit: Chargennummer auf jedem Vial, COA je Bestellung über die Vial-Prüfung abrufbar
- Sichere Lieferung: Diskrete Verpackung, versichert, EU-weiter Versand per DHL aus Deutschland
- Fachkundiger Support: Technische Fragen beantwortet unser Forschungsteam
- Quellenstandard: Diese Seite trennt das belegte Prinzip von der nicht eigens untersuchten Produktkombination
Alle Produkte von ALPHASYNTH™ sind ausschließlich für wissenschaftliche Forschungszwecke bestimmt. Nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch.







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